Personalabbau bei der ERGO – NAG kündigt Widerstand an

Gießen, 01.06.2016 – Kämpferisch hat die NAG auf die Bekanntgabe der ERGO reagiert, im Rahmen eines neuerlichen Personalabbauprogrammes tausenden Kolleginnen und Kollegen die Jobs zu streichen. ERGO-Chef Markus Rieß hatte zuvor angekündigt, rund 2/3 der Vertriebsstellen zu schließen und die innendienstlichen Arbeitsplätze massiv zu zentralisieren.

NAG-Vorstand und ERGO-Tarifkommissions-vorsitzender Tobias Münster kritisiert die fehlende soziale Ausgewogenheit der vorgestellten Strategie: „Viele Betroffene haben bereits in vergangenen Strukturprojekten Flexibilität und Loyalität dem Unternehmen gegenüber bewiesen. Dieser neuerliche Kahlschlag ist Ausdruck fehlender Wertschätzung und in seiner Dimension sogar noch schlimmer als vergangene Maßnahmen", sagt der Gewerkschafter.

Die NAG werde in den nächsten Tagen die ERGO zu Verhandlungen über ein ERGO-spezifisches Rationalisierungs-Schutzabkommen auffordern und sieht sich angesichts mehrerer hundert Mitglieder im Unternehmen auch in der Lage, Beschäftigungssicherung nötigenfalls kämpferisch durchzusetzen. Der Gewerkschaft ver.di habe die NAG volle Zusammenarbeit beim Kampf um die Sicherheit der Arbeitsplätze angeboten, bislang allerdings ohne Resonanz.

Bei der ERGO-Vertriebstochter EBV soll der deutlich überwiegende Teil des Arbeitsplatzabbaus stattfinden. Dort ist die NAG mit beiden Gewerkschaftssitzen im Aufsichtsrat vertreten. Im Aufsichtsrat der ERGO-Mutter Munich Re ist sie ebenfalls präsent.

Regionalverband Mitte lädt zum Austausch ein!

Am Freitag, 17.06.2016 um 19:00 Uhr trifft sich der Regionalverband Mitte im Ginnheimer Wirtshaus. Abseits fester Tagesordnungen oder Gremien soll es hier die Gelegenheit zu einem zwanglosen Treffen und Gedankenaustausch rund um die Themen der Versicherungswirtschaft und die Entwicklung der NAG geben.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Regionalverband Mitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Ort: http://www.ginnheimer-wirtshaus.de/

Anfahrt: http://www.ginnheimer-wirtshaus.de/kontakt/anfahrt/

NAG-Stellungnahme zur verschärften Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank

Gießen, 06.04.2016 – Die Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG) sieht sich in ihrer Kritik am Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) angesichts der jüngsten Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), den Garantiezins für Lebensversicherungen ab 2017 auf ein Prozent abzusenken, bestätigt. „Die eklatant niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen sind eine unmittelbare Folge der unseligen Politik von EZB-Präsident Mario Draghi, die Kapitalmärkte mit überbordender Liquidität zu versorgen und in einem Billionen-Euro-Umfang Staatsanleihen aufzukaufen. Da kann die DAV letztlich kaum noch zu anderen Empfehlungen kommen", sagt Joachim Liesenfeld, Vorstand der NAG und dort zuständig für die Deutsche Lebensversicherung.

Viele Millionen Menschen in Deutschland sparen mit Lebens- und Rentenversicherungsprodukten für ihre Altersversorgung und müssen ohnmächtig mit ansehen, wie ihre Ersparnisse infolge dieser EZB-Politik immer mehr an Wert verlieren. Durch die EZB-Politik werden Zinsen dauerhaft auch dort künstlich niedrig gehalten, wo eine risikoadäquate Bewertung durch die Kapitalmärkte einen höheren Zins erfordert. Die Folgen sind für die Lebensversicherer und ihre Kunden gravierend. „Letztlich zahlt der deutsche LV-Sparer die Zeche dafür, dass für Länder wie beispielsweise Italien der Zusammenhang zwischen solider Staatsfinanzierung und erforderlicher Verzinsung ihrer Staatsanleihen praktisch aufgehoben ist", bemängelt Liesenfeld. Auf Dauer werde das der deutsche Lebensversicherungsmarkt nicht verkraften können.
Zudem sorgen die Eigenkapitalanforderungen in Zusammenhang mit der Einführung der Solvabilitätsvorschriften (Solvency II) bei derartigen Niedrigzinsen für einen erheblich steigenden Eigenkapitalbedarf der Lebensversicherungen. Nicht zuletzt ist die vorgeschriebene Bildung der Zinszusatzreserve zur dauerhaften Sicherstellung der Erfüllung der Versichertenansprüche bei extrem niedrigen Zinsen mit erheblichen Transaktionsaufwendungen verbunden.
Die NAG rechnet mittelfristig mit einer Konsolidierung im deutschen LV-Markt. Dieser dürfte mit einem weiteren Rückgang des Niveaus der privaten Altersversorgung in Deutschland verbunden sein. "Angesichts der demographischen Entwicklung in unserem Land ist dies eine sehr Besorgnis erregende Perspektive", meint Liesenfeld. Nicht zuletzt seien viele tausend Arbeitsplätze in den Versicherungsunternehmen akut gefährdet.

NAG verstärkt Team

Gießen, 24.03.2016

Zum 01.05.2016 wird Isabelle Schöpe das Team der NAG verstärken.
Isabelle Schöpe ist gelernte Versicherungskauffrau und verfügt neben Erfahrungen als Jugend- und Auszubildendenvertreterin und Betriebsrätin über ein breites Spektrum an beruflichen Qualifikationen. Sie war u.a. als Ausbilderin im Vertrieb tätig. Des Weiteren hat sie Aufgaben in der Vertriebskoordination und Steuerung wahrgenommen.
"Neben unseren drei Bundessekretären haben wir händeringend nach einer Verstärkung unseres Backoffice gesucht", berichtet Waltraud Baier. „Mit Isabelle Schöpe haben wir eine hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiterin gefunden, die uns im Ausbau unserer Gewerkschaft weiterbringen wird".
Als Assistentin des Vorstandes werden neben der Mitgliederbetreuung und administrativen Aufgaben auch die Unterstützung der in den Betrieben aktiven Bundessekretäre gehören.
Isabelle Schöpe selbst zeigt sich hoch erfreut: "Ich freue mich sehr, den eingeschlagenen erfolgreichen Weg der Nag zukünftig nicht als nur als Mitglied, sondern auch als Mitarbeiterin aktiv mitgestalten zu können"
  Isabelle Schöpe

NAG appelliert an Bundesregierung, am Provisionsabgabeverbot festzuhalten

Gießen, 26.01.2016

Die Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG) kämpft für die Beibehaltung des Provisionsabgabeverbots, das befristet nur noch bis zum 1. Juli 2017 gilt. Über das weitere Schicksal des Provisionsabgabeverbots soll im Rahmen der nationalen Umsetzung der europäischen Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive - IDD) entschieden werden. Die NAG appelliert insbesondere an das Bundesministerium der Finanzen (BMF), sich gewichtigen Argumenten für eine Beibehaltung der bewährten Regelung nicht zu verschließen. Bei der Umsetzung der IDD liegt die Federführung beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI). Mit dem Finanzministerium und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) ist Einvernehmen herzustellen. Das BMF hat weiterhin die Federführung beim Provisionsabgabeverbot.
"Die Aufhebung des Provisionsabgabeverbots richtet sich nicht nur gegen Versicherungsvermittler sondern auch gegen die Versicherungskunden" sagt die NAG-Vorsitzende Waltraud Baier. "Es liegt auf der Hand, wie die nachfolgend aufgeführten Argumente belegen, dass eine Verbesserung des Verbraucherschutzes durch die Abgabe von Provisionen nicht erkennbar ist. Durch unkontrollierbare Provisionsabgaben dürfte die Vergütungsstruktur für die Versicherungsvermittlung lediglich intransparenter werden" führt die Vorsitzende weiter aus.
Für die Beibehaltung des Provisionsabgabeverbots sprechen folgende Argumente:
I) Aufrechterhaltung des Provisionsabgabeverbots nutzt Verbrauchern. Denn ohne Abgabeverbot

  • tritt durch den Wettbewerb unter den Vermittlern um die höchste Provisionsweitergabe an den Kunden die bedarfsgerechte Beratung zwangsläufig in den Hintergrund,
  • steht der sach- und bedarfsgerecht beratende Vermittler im Wettbewerb mit dem  Vermittler, der die höchste "Provisionserstattung" gewährt
  • ist zu befürchten, dass der Kunde sich an seinem Bedarf vorbei und allein aufgrund der Provisionshöhe für ein Produkt entscheidet

II) Aufrechterhaltung des Provisionsabgabeverbots nutzt Vermittlern.

  • Für viele Versicherungsverträge gelten inzwischen - im Sinne eines besseren Verbraucherschutzes – deutlich längere Haftungszeiten. Schließt der Kunde z.B. eine Lebens-, Renten- oder Krankenversicherung ab, haftet der Vermittler bis zu 5  Jahre für das Bestehen des Vertrages. Dem entsprechend ist die Auszahlung der Provision gestaltet. Sollten Teile dieser Provision an den Kunden weitergeben werden, trägt der Vermittler das Provisionshaftungs-Risiko, wenn der Vertrag vor Ablauf der 5 Jahre beendet wird. Durch die diskontierten Provisionen wird der Vermittler dann ungewollt Kreditgeber des Kunden und geht ein erhebliches finanzielles Risiko ein.
  • Durch den Wegfall des Verbots wären viele Vermittler und Agenturen in ihrer Existenz bedroht. Durch die Weitergabe wäre es vielfach nicht möglich kostendeckend zu arbeiten.
  • Bislang wird eine Weitergabe nicht als Betriebsausgabe anerkannt: Dies führt im Ergebnis dazu, dass der Vermittler die abgegebene Provision versteuern muss
  • Nicht zuletzt ist das Provisionsabgabeverbot in seiner bisherigen Form untrennbar mit dem derzeitigen Vergütungssystem verbunden. Bei Abschaffung des Provisionsabgabeverbots ist ein neues Vergütungsmodell zu etablieren, das nicht die generierte Versicherungsprämie sondern die originäre Vermittlungs- und Betreuungstätigkeit in Abhängigkeit von tatsächlichem bzw. pauschaliertem zeitlichen Aufwand unter Berücksichtigung des durch die Versicherungsvermittlung begründeten Haftungsrisiko des Vermittlers abbildet.

III) Aufrechterhaltung des Provisionsabgabeverbots nutzt den Versicherungsunternehmen

  • Es ist zu erwarten, dass angestellte Vermittler die ihnen "abgenötigten" Provisionsabgaben ihrerseits als Aufwendungsersatz aus der Erfüllung der arbeitsvertraglichen (Vermittler-) Pflichten beim Arbeitgeber einfordern werden.
  • Auch selbständige Vermittler werden ihrerseits von den Unternehmen verlangen, dass diese zusätzlichen Aufwendungen erstattet werden.

Die PDF-Version der Pressemitteilung finden Sie hier.

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