Dr. Hundt zur Gründung der NAG


In der Versicherungswirtschaft sind in den Jahren 2002 bis 2009 in der Summe 31.600 Arbeitsplätze vernichtet worden, mehr als jeder Achte Beschäftigte hat seinen Arbeitsplatz verloren. Schon seit 1993 schwanken die jährlichen Steigerungen der Nominalgehälter in der Versicherungswirtschaft nur noch um zwei Prozent, genau den Satz, den Herr Dr. Hundt auch für die bevorstehende Tarifauseinandersetzung für angemessen hält.


Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat veröffentlicht, dass die Nettolöhne und -gehälter in Deutschland in den letzten Jahren nominal nur um 12,2 % gestiegen sind. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Kapitaleinkommen netto um 37,4 %. Das Geld für angemessene Tariferhöhungen ist also da. Die Wirtschaft aber will Löhne und Gehälter noch weiter drücken, um noch „wettbewerbsfähiger“ sein zu können, was immer auch damit gemeint ist. Dass dies einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen soll, ist offenkundig. Für die Versicherungswirtschaft bedeutet sinkendes Einkommen aus der Erwerbstätigkeit unmittelbar fehlende Beitragseinnahmen, weil Versicherungen wegen Geldmangels gekündigt werden. Dass dies auch zu Lasten heutiger und kommender Generationen geht, denn Altersarmut wird aufgrund fehlender Vorsorge und steigender prekärer Beschäftigungsverhältnisse zunehmend ein Problem, sei hier nur am Rande erwähnt.


Waltraud Baier: „Wer hier wirklich Partikularinteressen vertritt, das ist Herr Dr. Hundt. Eine deutliche Erhöhung der Einkommen der Versicherungsangestellten ist nicht nur für sie wichtig, sondern auch volkswirtschaftlich erforderlich.
Im Übrigen sollte man von dem höchsten Repräsentanten der deutschen Arbeitgeberverbände etwas mehr Sorgfalt bei der Vorbereitung von Pressekonferenzen erwarten können, wenn er glaubt, einzelne Gewerkschaften bewerten zu müssen.

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